Erfahrungen

"Ich habe meine Gäste vorher im Café getroffen."

Kerstin

Ich habe immer zu Semesterbeginn gelesen, gesehen und gehört, wieviele Studiebanfänger keine Bleibe finden können. Wer aus einer anderen Stadt umzieht, braucht eine Möglichkeit, sich umzusehen, auch schnell reagieren zu können, sich bei WGs vorzustellen usw. Bei meinem eigenen Umzug nach Göttingen, war das mit viel Stress und vielen Autobahn- und Zugkilometern verbunden. Ich habe inzwischen 2 junge Männer bei mir aufgenommen, die beide sehr nett und pflegeleicht waren. Interessanterweise beide sehr bescheiden und viel zu Fuß unterwegs. Einer der beiden blieb eher für sich und hat sich viel mit seinem Smartphone beschäftigt. Mein zweiter Gast unterhielt sich gerne, erzählte von seinen WG Besichtigungen, von sich und wir saßen abends öfters noch zusammen. Ich habe einen meiner Gäste vorher zu einem Café getroffen, um zu sehen, ob ich die Person für vertrauenswürdig halte und bei mir schlafen lassen will. Ich habe also als Anbieter gute Erfahrungen und würde Gäste nur ablehnen, falls ich unsicher wäre oder ein ungutes Gefühl hätte.

Pizza, Tee und Schokolade

Anna

Ich habe drei Leute bei mir schlafen lassen. Erst war ein Mädchen für etwa eine Woche da, sie war echt lieb. Aber ich wollte erstmal wissen, wer hier in meinem Zimmer schläft, bevor ich sie alleine lasse. Ihr Vater hat sie auch hierhergebracht um sich zu versichern, dass sie hier gut aufgehoben ist. Als erstes habe ihr das Zimmer gezeigt, sie hatte mein ganzes Zimmer für sich und ich habe in der Woche bei meinem Freund geschlafen und ich kam nur immer mal um Sachen zu holen. Bevor ich ihr den Schlüssel gegeben habe, haben wir erstmal zusammen gekocht und uns unterhalten. Das war echt ganz gut, dadurch kamen wir uns schon viel vertrauter vor und ich hatte den Eindruck, dass sie sehr nett ist und ich ihr vertrauen kann. Das war auch so, sie war sogar so dankbar, dass sie mir Kuschelsocken, Tee und ein Teeei als Dankeschön geschenkt hat. Das fand ich total süß 😊

Dann waren zwei Jungs hier, Chemiker-Erstis. Ich musste in der Woche auch hier schlafen, so dass wir dann zu dritt in einem Zimmer waren (ich habe 15 qm). Das war echt eine verdammt witzige Woche. Meistens habe ich dann nachmittags in der SUB gearbeitet, um ein bisschen mehr Ruhe zu haben. Aber die beiden waren auch viel unterwegs und kamen erst Nachmittags/Abends nach Hause. Wegen dem Schlüssel haben wir uns immer abgesprochen oder angerufen. Wir waren auch einmal im Theater und Pizza essen. Auf die Pizza wurde ich als Dankeschön eingeladen. Und Schokolade gabs am Ende auch für meine MitbewohnerInnen und mich. Ich hätte bestimmt nie was mit Chemikern zu tun gehabt, wenn ich keine Anzeige geschaltet hätte, das waren schon interessante Unterhaltungen. Die beiden hatten nach einer Woche immer noch keine Wohnung, aber ich musste erstmal ein bisschen Raum für mich alleine haben. Sie haben aber erzählt, dass sie noch bei einer anderen Person von Göttingen-hat-Platz untergekommen sind.